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Rennberichte und Fotos zum DEM Wochenende 2026

Rennberichte und Fotos zum DEM Wochenende 2026

Enduro-DM Großlöbichau Fahrtag 1: Statt Staub gab es Nässe in Großlöbichau – Sydow gewinnt den Tag und Strauss überrascht

Nach der längeren Sommerpause seit dem Doppelveranstaltungswochenende in Meltewitz im Mai wurde an diesem Wochenende die Deutsche Enduro-Meisterschaft in Großlöbichau fortgesetzt. Wie bereits vor zwei Jahren übernahm der MSTC Gembdental die Ausrichtung eines Sprintenduros, setzte die Messlatte diesmal jedoch noch einmal deutlich höher.

Erstmals erwarteten die Fahrer gleich drei unterschiedliche Sonderprüfungen, die den Renntag besonders abwechslungsreich und anspruchsvoll gestalteten. Zusätzlich sorgte die gleichzeitig ausgetragene Mini Enduro Europameisterschaft für ein umfangreiches Motorsportprogramm.

Auch das Wetter entwickelte sich anders als zunächst erwartet. Nachdem im Vorfeld erneut hochsommerliche Temperaturen vorhergesagt worden waren, präsentierte sich Großlöbichau am Morgen zunächst mit Nebel. Im Anschluss an den Lauf der Mini Enduro Europameisterschaft setzte während der Mittagspause zudem kräftiger Regen ein. Dadurch blieben die gefürchteten Staubwolken zumindest am ersten Veranstaltungstag aus.

Mit den drei abwechslungsreichen Sonderprüfungen und den wechselnden Witterungsbedingungen warteten auf die Fahrer dennoch anspruchsvolle Bedingungen, die bereits zum Auftakt der Veranstaltung für einen spannenden Wertungstag sorgten.

Sydow erneut souverän – Henry Strauss überrascht bei seinem DM-Debüt

Sportlich blieb an der Spitze der Deutschen Enduro-Meisterschaft alles beim Alten. Jeremy Sydow unterstrich einmal mehr seine derzeitige Dominanz und fuhr mit konstant schnellen Zeiten zu einem ungefährdeten Tagessieg.

Spannender verlief dagegen der Kampf um die weiteren Podestplätze. Luca Fischeder bekam es mit dem erst 17-jährigen Henry Strauss zu tun, der erstmals bei einem Lauf zur Deutschen Enduro-Meisterschaft an den Start ging. Möglich wurde dies, weil das Sprintenduro ohne Straßenetappen ausgetragen wird und Strauss somit bereits mit seiner 300-Kubikzentimeter-Maschine teilnehmen durfte.

Da der Fahrer der AUNER HardEnduroSeries Germany bislang noch keinen DM-Lauf bestritten hatte, musste er das Rennen vom Ende des Starterfeldes aufnehmen. Dadurch verlor er in den Sonderprüfungen immer wieder wertvolle Zeit beim Überholen langsamerer Fahrer. Dennoch sorgte Strauss bereits nach der ersten Runde für ein Ausrufezeichen: Nach allen drei Sonderprüfungen lag er bereits auf dem dritten Gesamtrang und gewann sogar den Extremtest.

Vor allem auf dem technisch anspruchsvollen Extremtest spielte der Hardenduro-Spezialist seine Stärken aus. Auf der längeren Feldprüfung musste er dagegen etwas Zeit auf Luca Fischeder einbüßen. Besonders in den Waldprüfungen war Strauss jedoch über weite Strecken sogar schneller als der Sherco-Pilot und unterstrich damit eindrucksvoll sein Potenzial.

Am Ende reichte es für Henry Strauss bei seinem ersten DM-Einsatz mit gerade einmal 17 Jahren auf Anhieb zum dritten Platz in der Championatswertung. Gleichzeitig gewann er die Juniorenklasse souverän vor Luca Reinhold und durfte erstmals auf das Podium der Deutschen Enduro-Meisterschaft steigen.

Ebenfalls überzeugen konnte Andreas Beier. Der ehemalige Deutsche Meister zeigte seine bislang stärkste Leistung seit vielen Jahren, belegte Rang fünf im Championat und wurde Zweiter in der Klasse E2 hinter Matyas Chlum.

Den Sieg in der Klasse E3 sicherte sich Luca Fischeder.

Enduro-DM Großlöbichau Tag 2: Sydow erneut nicht zu schlagen – Henry Strauss bestätigt starke Debütleistung

Am zweiten Veranstaltungstag präsentierte sich Großlöbichau von einer völlig anderen Seite. Statt Nebel und Regen herrschten diesmal Sonnenschein und trockene Bedingungen. Dadurch veränderte sich die Charakteristik der drei Sonderprüfungen deutlich: Die Feldprüfung entwickelte sich zu einer extrem harten und schnellen Piste, während in den Waldabschnitten der Staub zunehmend zum entscheidenden Faktor wurde.

Die veränderten Bedingungen kamen einigen Fahrern deutlich mehr entgegen – allen voran Luca Fischeder. Der Sherco-Pilot konnte den Rückstand auf Jeremy Sydow im Vergleich zum Vortag deutlich verkürzen und nahm dem Serienmeister sogar drei Sonderprüfungsbestzeiten ab. Dennoch behielt Sydow auch am zweiten Renntag die Oberhand und sicherte sich den Tagessieg mit einem Vorsprung von lediglich 23 Sekunden auf Fischeder.

Erneut auf Rang drei landete Henry Strauss. Nach seinem beeindruckenden Einstand in die Deutsche Enduro-Meisterschaft am Vortag bestätigte der erst 17-Jährige seine starke Leistung auch unter völlig anderen Streckenbedingungen. Zwar lagen ihm die trockenen und schnellen Prüfungen nach eigener Aussage weniger als die Bedingungen vom Samstag, dennoch ließ er sich erneut einen Platz auf dem Championats-Podium nicht nehmen. Gleichzeitig sicherte sich der X-Grip Fahrer und führende in der AUNER HardEnduroSeries Germany erneut souverän den Sieg in der Junioren-1-Klasse.

Auch in den Klassenwertungen gab es am zweiten Renntag spannende Entscheidungen. Luca Fischeder gewann die Klasse E3. Jeremy Sydow die Klasse E1 und das Championat. In der Klasse E2 setzte sich erneut Matyas Chlum durch. Die Junioren 2 Klasse entschied Max Stradtner für sich.

Gegen Rennende musste die Veranstaltung jedoch vorzeitig beendet werden. Grund dafür waren mehrere Verkehrsunfälle auf der nahegelegenen Autobahn A9. Da sämtliche Rettungswagen des Rennens zur Unterstützung des öffentlichen Rettungsdienstes angefordert wurden, konnte die Veranstaltung aus Sicherheitsgründen nicht fortgesetzt werden. Die bis dahin gefahrenen Wertungsprüfungen gingen in die Tageswertung ein und beendeten damit den zweiten Lauf vorzeitig.

Mit zwei abwechslungsreichen Renntagen, insgesamt drei verschiedenen Sonderprüfungsbedingungen und einem hochklassigen Fahrerfeld verabschiedet sich die Deutsche Enduro-Meisterschaft aus Großlöbichau.

Fotos: DG Design / Denis Günther